Tag 49 & 50 Protokoll M: Alexander Gerst

Donnerstag/Freitag:

Donnerstagvormittag haben wir alles für den Klinikaufenthalt vorbereitet. Für Mike und JoLa haben wir sogar Essen vorbereitet und dieses außerdem mit der entsprechenden Verzehrreihenfolge gekennzeichnet 😂…so einen Luxus gab es vorher nie, aber Dank Thermomix und HelloFresh war das nun möglich 🤘…(falls das Werbung ist, dann nehmt dies bitte zur Kenntnis!)

Nach dem Mittagessen wurden wir vom Taxi abgeholt.

Lou war so müde, dass er im Auto eingeschlafen ist 😴.

In der Ambulanz lief es super schnell und wir bekamen sogar gleich ein Zimmer auf Station.

Wir haben allerdings nur schnell die Koffer abgestellt und sind dann runter zur Endoskopie, um das Anästhesiegespräch für die Lumbalpunktion am Freitag zu führen.

Wir kamen schnell dran, weil ich uns ja schon am Montag angekündigt hatte.

Alle notwendigen Unterlagen und Papiere habe ich schon vorab in der Ambulanz erbeten. Im Grunde musste der Arzt dann auf mich warten, weil ich noch einen Fragebogen bekam und ihn dann schnell ausfüllen musste.

Mit der Taktik alles vorzuplanen und vieles selbst zu organisieren, fahre ich am besten und spare mir dadurch viel Warterei.

Es lief alles schon fast zu gut und reibungslos…🤔

Wir sind diesmal nicht alleine im Zimmer 🤭.

Medien liefen wieder ziemlich laut und lange ohne Kopfhörer 😴.

Wir sind irgendwie eingeschlafen.

Am Freitagmorgen war Lou schon voller Tatendrang und wollte ins Spielzimmer. Dort waren wir auch lange Zeit. Ansonsten sind wir durch die Flure marschiert und haben viele bekannte Gesichter getroffen.

Zwischendurch wurde er durchgemessen und der Verbandswechsel wurde gemacht. Der Pfleger war mega baff, wie cool und toll Lou das mitgemacht hat 💪!

Und dann kam der Dämpfer 👎…

Die Kommunikation zwischen Endoskopie und Onkologie war wohl etwas schlecht. Die Onko wusste nicht, dass die Endoskopie den Eingriff auf 11 Uhr terminiert hatte und Lou war nicht nüchtern, da von der Onko angenommen wurde, dass der Termin erst später ist 🤷‍♀️. Zu dem Zeitpunkt wäre auch von unserer Station kein Arzt zur Verfügung gestanden. Und wer war in der ganzen Misere der Leidtragende!?

Im Gespräch mit dem Oberarzt wurde deutlich, dass es aus wirtschaftlichen und organisatorischen Gründen nicht geht.

In anderen europäischen Ländern würden noch ganz andere Zustände herrschen und das hier wäre Jammern auf hohem Niveau 🤭!

Allerdings wird diese Meinung nicht von allen Mitarbeitern der Station so vertreten. Andere Stimmen raten uns Eltern dazu, weiterhin für die Behandlung mit einem Anästhesisten zu kämpfen.

In anderen deutschen Kliniken z.B. Charité geht es!

Pünktlich um 14:00 Uhr wurden das MTX angehängt. Es wird wieder 24 Stunden laufen. Alles wie gehabt und wie die letzten drei Male: Viel Bewässerung, MTX-Spiegel und Bilanz.

Heute hatten wir Besuch von der lieben J…

Wir waren gemeinsam im Spielzimmer und haben uns in Origami versucht…vielen Dank nochmal dafür 😘!

J hat Lou diesmal bei der Lumbalpunktion begleitet.

Der kursive Text über den Eingriff ist von ihr.

Zumindest aus der Theorie kannte ich das Prozedere. Jedes Mal, wenn ValBery darüber schrieb, dachte ich, wieso geben die Ärzte keine Narkose, das ist doch furchtbar! Und das ist es auch. Ich glaube, es ist nicht unbedingt der Piks sondern das Ausgeliefertsein, dieses Kauern auf der Liege, dieses Fixieren in der Position (was aber sehr wichtig ist), der Arzt, der ihm sagt, er solle nicht gleich weinen, passiere ja noch nichts. Aber es passiert eben doch etwas.

Heute haben wir Kopfhörer und Tablet mitgenommen, vielleicht wird die Punktion mit einem Film erträglicher. Lou zeigte mir den Weg, summte sogar vor sich hin. Wir sind zwei Astronauten, sagte ich zu ihm. Wir nehmen gleich unsere Plätze ein, um zu unserer Raumstation zu fliegen.

Lou setzte sich auf die Liege, Kissenrolle an den Bauch gedrückt, Kopfhörer auf den Ohren und Bildschirm vor der Nase. Anfangs schaute er noch Leo Lausemaus, doch er spürte natürlich, wie die Krankenschwester die Einstichstelle desinfizierte und rief mehrmals nach einer Narkose. Ich erzählte ihm von Alexander Gerst, versuchte seine Aufmerksamkeit ganz auf die Geschichte zu lenken. Denn nun fixierte ihn der Pfleger und Lou weinte und wimmerte. Er saß trotzdem ganz ruhig da, zusammen hielten wir das Tablet fest.

Die Punktion ist schnell vorbei (Gott sein Dank!), aber Lou muss danach noch ein bisschen in dieser Position sitzen bleiben. Ich weiß jetzt auch nicht mehr weshalb.

Ich glaube, jeder hätte vor so einer Prozedur große Angst. 

Und Lou hat es wieder geschafft.

Lou lag dann wieder zwei Stunden in Schräglage mit dem Kopf nach unten.

Ich hoffe jedes Mal, dass er sich an nichts mehr erinnert.

Etwas erschöpft, aber sehr hungrig ist Lou nach zwei Stunden aufgewacht.

Den restlichen Tag haben wir ganz ruhig verbracht und er durfte Bestimmer sein ☺️.

 

PM49/50

Tag 45 & 46 Protokoll M: Endlich wieder Ambulanz

Sonntag/Montag:

Heute Morgen haben wir in den Bädern klar Schiff gemacht und Lou und JoLa waren super glücklich, helfen zu dürfen 👍.

PM45/46

Mike hat währenddessen den Rasen gemäht, weil wir ziemlich viel Klee haben und  immer sehr viele Bienen herumfliegen. Mil wurde diese Woche schon vor einer gestochen 🥺! Zum Glück ist unser Rasenmäher ziemlich leise und wir haben die sonntägliche Ruhe kaum gestört 😬😇!

Bis zum Mittagessen waren wir im Garten und die Kids waren auf der Schaukel, haben auf dem Rasen gepicknickt und sind mit den Fahrzeugen herumgedüst.

Am frühen Abend waren wir mal wieder auf dem Segelflugplatz. Lou war super happy und konnte endlich mal wieder mit seiner besten Freundin spielen. Die Kids hatten zusammen richtig viel Spaß und JoLa war immer mittendrin und dabei 🥰! Oma und Opa kamen mit dem Fahrrad auch noch dazu.

Am Montagmorgen hatten wir endlich wieder einen Termin in der Ambulanz. Lou wurde von oben bis unten untersucht und alles war ok 👍.

Die Blutwerte waren glücklicherweise gut und ich war beruhigt.

Wir können am Donnerstag wieder auf Station und den letzten MTX-Block starten. Wenn alles klappt, wird die Punktion in der Endoskopie gemacht 🙏!

Der anschließende Block dauert 50 Tage und beinhaltet zwei Chemotherapien mit Cyclophosphamid (wo ihm so schlecht wurde) mit jeweils einem eintägigen, stationären Aufenthalt. Alle anderen Chemos können in der Tagesklinik stattfinden. Es wird beispielsweise auch wieder ARAC geben, wo wir 4 Tage in Folge immer in die Tagesklinik müssen.

Lou wird auch wieder Kortison nehmen müssen 😩!

Sobald ich eine Kopie des neuen Planes habe, kann ich es genauer sagen 🤔…ist jetzt nur aus der Erinnerung heraus notiert!

Tag 38 Protokoll M: Abkühlung

Sonntag:

JoLa und ich haben noch einen schönen, kurzen Morgen zusammen verbracht.

Dann habe ich sie zum Frühstück zu Oma und Opa gebracht und bin in die Klinik gefahren.

Lou und Mike hatten eine gute und ruhige Nacht verbracht.

Die Bilanzen waren alle gut und Lou hatte keine besonderen Nebenwirkungen 💪!

Heute wurde er wieder gelasert.

Da wir vormittags noch alleine im Zimmer waren, konnte es in unserem Zimmer gemacht werden. Anfangs hat er nicht so gut mitgemacht. Aber nach einigen Überredungsversuchen hat er dann richtig toll mitgemacht.

Er hat kaum gegessen.

Ich habe ihm ein wenig vorgelesen, aber er hatte nicht wirklich Lust…langsam kommt die übliche Unzufriedenheit und er möchte nur noch nach Hause 😢…

Wir haben ziemlich lange und viel ferngesehen 😳📺🥴 und CDs gehört 💿📀

Mittags bekamen wir Zimmernachbarn.

Wenn die MTX-Spiegel stimmen und Lou kein Fieber bekommt, bin ich morgen Mittag pünktlich zu meinem Geburtstagskaffee zuhause 😎🤪!

PM37

Tag 36 Protokoll M: 3/4 MTX

Freitag:

In all dem Schlimmen, immer das Gute sehen!

Für heute wären es folgende Dinge:

  1. 3/4 des MTX Blocks sind bald geschafft 💪
  2. Die Nacht in der Klinik war kühler als zuhause ❄️
  3. Wir haben den seltenen Luxus eines Einzelzimmers 👑

Gestern Morgen waren wir für die Blutkontrolle und die ärztliche Untersuchung in der Ambulanz. Wir konnten dann wieder nach Hause gehen und sollten mittags nachfragen, ob die Werte stimmen und auf Station Platz ist.

Wir bekamen grünes Licht und um 19:00 Uhr haben wir „eingecheckt“!

Wir haben die Präsidenten Suite Nr. 16 bekommen 🍾🥂🍹

PM35

Die Nacht verlief ohne besondere Vorkommnisse…und wie schon oben erwähnt, war es hier kühler als in unseren Schlafzimmern.

Lou machte beim Durchmessen und den ärztlichen Untersuchungen vormittags super mit.

Die Erzieherin kam zu uns in Zimmer und hat mit Lou ein Buch angeschaut.

Anschließend sind wir ins Spielzimmer, aber nach 5 Minuten wollte Lou wieder zurück in unsere Suite.

Bis zum Mittagessen stieg seine Temperatur von 37,4…auf 37,6 und dann 37,8 😳🙁! …dann ging sie aber zum Glück wieder runter 🙏

Um 13:15 Uhr bekam er ein Zauberpflaster auf den Rücken.

Pünktlich und nach Plan startete um 14:00 Uhr die MTX-Chemotherapie. Die Chemo läuft über 24 Stunden. Es ist wieder die, mit der sehr starken Bewässerung.

Es könnte sonst, unter anderem, zu einer Art „Kristallbildung“ in den Organen kommen.

Um 14:40 Uhr habe ich Lou ins Behandlungszimmer getragen. Dabei hat er schon geweint, geschrien und sich gewehrt 🙁. Im Behandlungsraum ging es dann so weiter. Er saß auf der Liege mit dem Gesicht zu mir gewandt und den Rücken zum Oberarzt und einer Schwester gedreht. Eine zweite Schwester kniete bei ihm auf der Liege. Er ließ sich nicht beruhigen. Das Dormicum wurde über die Infusion verabreicht. Dann wurde das Zauberpflaster entfernt und die Einstichstelle desinfiziert. Er weinte durchgehend und ging immer wieder ins Hohlkreuz.

Der Arzt wartete, bis sich sein Weinen dumpfer und schwächer anhörte. Die Schwester auf der Liege beugte sich über ihn und brachte ihn durch ihren eigenen Oberkörper und mit den Händen in eine gebeugte Position und fixierte ihn in dieser Lage.

Ich hielt mit einer Hand seine Hände und mit der anderen seinen Kopf nach vorne gebeugt, ganz dicht an meinen Kopf und redete die ganze Zeit mit ihm!

Sein Schreien und Weinen wurde zum Schluchzen und dann zum Wimmern.

Als es vorbei war, trug der Arzt ihn ins Zimmer zurück.

Das Kopfteil des Bettes war nach unten gekippt und Lou musste wieder zwei Stunden so liegen bleiben.

Nach ein paar Minuten Kraulen und Schlafmusik ist er gut eingeschlafen.

Nach dem Erwachen konnte er sich nicht mehr an die Punktion erinnern 🙏!

Nachmittags war die Bilanz nicht gut und er bekam wieder das harnfördernde Mittel Lasix.

Hoffentlich passt es dann bei der nächsten Bilanz wieder.

Appetit hat er kaum.

Abends kam noch Mil vorbei und hat mit Lou gespielt und ihm etwas Gesellschaft geleistet 😍

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Tag 32 Protokoll M: Anlaufschwierigkeiten

Montag:

Heute morgen waren wir in der Ambulanz. Die Blutwerte waren soweit gut.

Wenn zum aktuellen Schnupfen und Husten jetzt kein Fieber dazu kommt, können wir am Donnerstag wieder für 5 Tage stationär in die Klinik.

Die dritte MTX-Chemotherapie findet dann statt.

Heute Nachmittag war Lou superglücklich, dass sein Kindergartenfreund zu Besuch kam. Anfangs haben beide nebeneinanderher gespielt. Lou war wieder ziemlich schüchtern und anhänglich. Doch dann haben sie total schön miteinander gespielt und Lou wirkte unbeschwert und sehr glücklich. 😍❤️

Wenn Besuche anstehen, sage ich ihm lieber vorher nicht Bescheid. Es kam nämlich schon vor, dass es ihm dann plötzlich nicht mehr gut ging, der Besuch krank wurde oder dieser Kontakt zu Kranken hatte.

Damit er dann nicht zu sehr enttäuscht ist, wenn es doch nicht klappt, bleibt es immer bis kurz davor ein „Geheimnis“…außerdem ist er sonst vorher so aufgeregt und aufgedreht, dass er schon müde und kaputt ist, bevor der Besuch überhaupt da war 😬🤔🙄!

P.S.: Durch die liebe Unterstützung von Mil, gibt es unter „leukofighter4“ ein Instagram Account 👍😊…schaut mal vorbei 🙋‍♀️